Bildungsurlaub als kleine Auszeit vom Beruf

Rainer Sprachreise Leave a Comment

Nur wenige Berufstätige wissen, dass in den meisten Bundesländern bis zu 5 Arbeitstage pro Jahr als Bildungsurlaub genutzt werden können. Welche Vor- und Nachteile die kleine Auszeit vom Beruf mitbringt und was man bei der Planung beachten sollte, habe ich mir im Folgenden angeschaut:

Per Definition handelt es sich beim Bildungsurlaub um bezahlte Arbeitstage, die von Arbeitnehmern als Möglichkeit zur Weiterbildung genutzt werden können. Mit Ausnahme von Bayern, Baden-Württemberg, Sachsen und Thüringen steht Berufstätigen in allen anderen Bundesländern Bildungsurlaub zu.  Die Regelungen und Rahmenbedingungen sind von Bundesland zu Bundesland allerdings sehr unterschiedlich, weshalb man sich auch die spezielle Landesgesetzgebung anschauen sollte. In einigen Bundesländern ist es beispielsweise auch möglich, die Tage aus 2 Arbeitsjahren zusammen zu nutzen, sodass 10 Tage Bildungsurlaub am Stück möglich ist.
Es muss allerdings gesagt werden, dass Bildungsurlaub bei vielen Arbeitgebern nicht besonders beliebt ist. Während Schulungen und Fortbildungen bei modernen Betrieben eine Selbstverständlichkeit sind, ist dies beim Bildungsurlaub nicht der Fall.  Dem liegt allerdings ein großes Missverständnis zugrunde, denn von Urlaub im klassischen Sinn kann beim Bildungsurlaub keine Rede sein. Der Bildungsurlaub kann beispielsweise für einen Sprachkurs, eine Sprachreise oder für eine Weiterentwicklung von Soft Skills und IT-Kenntnissen genutzt werden. Dabei sind allerdings nur vom jeweiligen Bundesland anerkannte Weiterbildungen möglich und anerkannt werden Fortbildungen nur, wenn intensiv gelernt wird. Eine klassische Sprachreise mit 4 Stunden Vormittagsunterricht und Nachmittagen zur freien Verfügung (am Strand faulenzen etc…) wird mit Sicherheit nicht als Bildungsurlaub anerkannt. Bei den anerkannten Kursen handelt es sich durchgängig um Intensivkurse mit mindestens 6-8 Stunden Unterricht täglich.

Wer nun also Pionierarbeit im eigenen Betrieb leisten und Bildungsurlaub erhalten möchte, sollte gut und fundiert vorbereitet sein. Ein direkter beruflicher Nutzen des Bildungsurlaubs ist von Vorteil. Eine rechtzeitige, schriftliche Anmeldung vor dem voraussichtlichen Termin der ausgewählten Veranstaltung ist ebenfalls wichtig. Außerdem muss beachtet werden, dass die Angebote und Rahmenbedingungen der Veranstaltung den Forderungen an einen Bildungsurlaub gerecht werden. Auch sollte Klarheit darüber herrschen, welche Kosten anfallen werden und von wem diese übernommen werden, bevor ein entsprechender Antrag gestellt wird. Üblicherweise übernimmt der Arbeitgeber lediglich die Gehalts- und Lohnfortzahlungen während des Bildungsurlaubes, während die meisten anderen Kosten (Anreise, Unterkunft, Kursgebühr…) vom Arbeitnehmer getragen werden. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten entsprechende Informationen im Vorfeld beschafft werden, um Unstimmigkeiten gar nicht erst aufkommen zu lassen. Klarheit, Transparenz und ein deutlicher Bezug zum beruflichen Kontext sollten die Grundlage zum Antrag eines Bildungsurlaubes sein.

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