Jakobsweg Packliste

Jakobsweg Packliste: Die komplette Ausrüstung fürs Pilgern

Rainer Jakobsweg 12 Comments

Hier erhältst du meine komplette Packliste für den Jakobsweg. Praktisch angewendet habe ich diese in Spanien (Camino Frances, Camino Primitivo) und in Portugal (Caminho Português). Insgesamt habe ich damit in den letzten drei Jahren knapp 1.500 km zurückgelegt. Die Liste enthält nur das Nötigste und ist im Prinzip für Männer / Frauen gleichermaßen geeignet. Zu jedem Ausrüstungsgegenstand habe ich einen kurzen Kommentar beigefügt, in dem ich erkläre, warum ich diesen ausgewählt habe. Aufgrund des Umfangs meiner Packliste beginne ich zunächst mit dem Inhaltsverzeichnis:

1. Wieviel darf der Rucksack wiegen?
2. Rucksack & Transport
3. Schuhe
4. Schlafen
5. Kleidung
6. Körperpflege
7. Erste Hilfe / Medikamente
8. Geld & Kreditkarten
9. Reisedokumente (inkl. Kopien)
10. Essen & Trinken (Proviant)
11. Sonstiges

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Das Maximalgewicht des Rucksacks!

Weniger ist mehr: Bei untrainierten Pilgeranfängern sollte der gefüllte Wanderrucksack nicht mehr als 10 – 12% des eigenen Körpergewichts ausmachen. Eine Person mit 80 Kilogramm Körpergewicht sollte maximal acht bis zehn Kilogramm Gepäck tragen. Ein zu schwerer Rucksack kann gesundheitliche Beschwerden wie Rücken-, Schulter- oder Knieprobleme verursachen, die zum Abbruch der Pilgerreise führen können!

Pilgern mit nur 3-4 Kilo Gewicht?

Je nach Etappe und Proviantsituation war mein Rucksack zwischen acht und neun Kilogramm schwer. Im Buchhandel gibt es diverse Ratgeber (z.B. hier und hier), die eine komplette Packliste mit nur 3-4 Kilo Gewicht versprechen. Klingt ziemlich verlockend, oder? Das dahinterstehende Konzept wird als „Ultraleicht Trekking“ bezeichnet und enthält durchaus kreative und unkonventionelle Packideen! Doch ein wichtiges Element beim Ultaleicht-Trekking ist auch die Materialauswahl. Man kann mit einem günstigen Discounter Schlafsack für 14,99 Euro auf dem Jakobsweg wandern oder eben mit einem Schlafsack aus besonders leichtem High-Tech Material, der im Trekking-Fachhandel 200,00 Euro kostet. Letzterer ist deutlich leichter und vor allem auch platzsparender. Dies wiederum führt dazu, dass ein kleinerer und leichterer Rucksack ausreichend ist. Das Prinzip lässt sich mit vielen Ausrüstungsgegenständen wiederholen und so können einige Kilos an Gewicht eingespart werden. Allerdings muss man dann mit deutlich höheren Kosten rechnen. Es bleibt jedem selbst überlassen, ob man für die Ausrüstung 300 oder 1.500 Euro bezahlen möchte.

Rucksack & Transport

Ein Rucksack mit einem Fassungsvermögen von 50-60 Litern ist für den Jakobsweg ideal (P.S. Ich war beide Male mit einem 60-Liter-Rucksack unterwegs). Beim Rucksackkauf sollte man auf die folgenden Ausstattungsmerkmale achten:

  • Höhenverstellbares Tragesystem mit vorgeformten und gepolsterten Schulter- und Hüftgurten
  • Ergonomisch geformtes Rückenpolster
  • Außentaschen, an denen man ein oder mehrere Wasserflaschen und ggf. die Isomatte befestigen kann

Den Rucksack kauft man idealerweise im stationären Fachhandel und nicht online! Der Kauf im Fachgeschäft ermöglicht zum einen das vorherige Probetragen des Rucksacks. Zudem kann der Fachmann bereits im Geschäft die Tragegurte und Riemen entsprechend der Körpergröße des Pilgers einstellen.

Unterwegs muss man immer mit schlechtem Wetter und Regen rechnen. Da der Wanderrucksack nicht wasserdicht ist, wird ein Regenschutz für den Rucksack benötigt. Hier haben Pilger die Wahl zwischen einer Rucksack-Regenhülle und einem Poncho.

Regenhülle
Bei vielen Trekking-Rucksäcken ist eine Regenhülle bereits im Lieferumfang enthalten, ansonsten kostet ein zusätzliches Cover 10-20 Euro extra. Die Rucksack-Regenhülle hat allerdings einen großen Nachteil: Die Tragegurte lassen sich nicht mit einpacken und bei Dauerregen fließt das Wasser zwischen Pilger (Regenjacke) und Rucksack-Regenhülle in den Rucksack. Es ist schwierig den Rucksack innen trocken zu halten. Man kann sich ggf. behelfen, indem man die Ausrüstungsgegenstände im Rucksack mit kleinen Plastiktüten verpackt.

Poncho
Die Alternative zur Regenhülle ist ein großer Regenponcho, der über Rucksack und Pilger passt. Damit bleibt das Rucksackinnere auch bei starkem und dauerhaftem Regen trocken! Ich hatte auf meinen drei Touren daher einen Regenponcho im Gepäck. Bei starkem Wind ist es allerdings schwierig den Poncho über sich und den Rucksack zu bekommen und man sollte ggf. vorher üben oder ist auf fremde Hilfe angewiesen.

Pilger mit Gelenk- und Knieproblemen sollten über den Erwerb von Trekkingstöcken nachdenken. Durch die zusätzliche Lastenverteilung auf die Arme, werden Hüfte, Knie und Füße beim Laufen entlastet. Wanderstöcke helfen zudem beim Aufstieg (Bergetappen) und bieten zusätzlichen Halt in unsicherem Gelände.

Der Camino Frances ist zum Großteil sehr gut ausgebaut, asphaltiert und nur gelegentlich bergig. Daher sehe ich Wanderstöcke hier als nicht zwingend an. Gleiches gilt für den Caminho Português. Ganz anderes sieht es auf dem Camino Primitivo aus. Aufgrund der vielen Bergetappen (ca. 1000 Höhenmeter täglich) sind Trekkingstöcke sehr empfehlenswert.

Schuhe

Ich habe mich für leichte Wanderschuhe entschieden. Beim Kauf sollte man auf folgende Eigenschaften achten:

Knöchelhohe Schuhe
Sinnvoll sind Wanderschuhe, bei denen der Schaft bis über den Knöchel reicht. Diese schützen am besten vor dem Umknicken des Fußes. Auch muss man beim Umknicken bedenken, dass man mit der schweren Last des Rucksacks auf dem Rücken nicht so schnell das Gleichgewicht wiederfindet.

Schuhe eine Nummer größer kaufen
Da die Füße bei der langen Wanderung anschwellen, sollte man Wanderschuhe immer eine Nummer größer kaufen. Dann bleibt vorne genügend Platz zwischen dem großen Zeh und der Schuhspitze. Auch aufgrund der im Folgenden genannten dicken Einlegesohlen und Wandersocken ist eine Nummer größer ebenfalls sinnvoll.

Gore-Tex vs. Lederschuhe
Schuhe mit Gore-Tex sind wasserdicht, allerdings schwitzt man darin mehr bei heißen Temperaturen. Dies führt wiederum zu verstärkter Blasenbildung. Lederschuhe benötigen im Gegensatz dazu mehr Pflege (einwachsen), damit diese ebenfalls wasserdicht sind und benötigen länger zum trocknen. Lederschuhe eignen sich vor allem für die warmen Sommermonate und sind dann kühler und angenehmer zu tragen.

Hier noch ein paar Schuh-Empfehlungen auf Basis meiner Jakobsweg-Erfahrungen sowie Tipps in diversen Wander-Foren:

  • Lowa Renegade GTX Mid: Sehr bequemer Wanderschuh mit guten Dämpfungseigenschaften. Knöchelhoch, wasserdichtes Gore-Tex Membran, langlebig.
  • Hanwag Tringri: Schuh aus Yakleder. Angenehmes Fussklima, gute Dämpfung. Knöchelhoch, besonders für warme Sommermonate geeignet.

Auf dem Jakobsweg läuft man viel und lange auf hartem Asphalt, daher ist eine gute (weiche) Dämpfung sehr empfehlenswert. Es ist sinnvoll, sich vorab (orthopädische) Einlegesohlen für die Schuhe zuzulegen. Diese sind in der Regel aber deutlich dicker als die von den Schuhherstellern mitgelieferten Einlegesohlen. Ich empfehle daher, diese zuerst zu kaufen und dann zum Schuhkauf mitzunehmen.

Trekkingsandalen sind in wärmeren Gefilden eine luftige Wohltat für die Füße. Für lange Wanderungen sind diese allerdings nur bedingt geeignet. Trekkingsandalen sollte man nur auf gut ausgebauten Wegen tragen, da sie den Fuß nicht vor Verletzungen schützen (z.B. Umknicken). Eine gute Alternative zu Trekkingsandalen sind Joggingschuhe/Laufschuhe (meine Wahl).
Pilgerherbergen bieten wenig Komfort und die Duschen/Sanitäranlagen sind nicht immer sauber. Badelatschen oder Flip-Flops sind daher unbedingt empfehlenswert.

Schlafen

Wer in den Pilgerherbergen übernachtet, benötigt einen Schlafsack. Die Dicke/Füllung des Schlafsacks ist von der Jahreszeit (Winter, Frühjahr, Sommer, Herbst?) abhängig.
In den Schlafsälen wird mitunter sehr laut geschnarcht, Ohrstöpsel sind daher unbedingt empfehlenswert.
 Eine Isomatte wird eigentlich nur in der Hochsaison (Juli/August) benötigt, wenn die Herbergen auf dem Camino Frances notorisch überfüllt sind und man ggf. auf dem Boden / in Notlagern nächtigen muss.

Kleidung

Ins Gepäck gehören zwei Paar Wandersocken und ggf. ein zusätzliches Paar Freizeitsocken. Gute Wandersocken verwenden Funktionsmaterialien, die den Fuß auch bei einer schweißtreibenden Wanderung trocken halten und die Flüssigkeit ableiten. Im Gegensatz dazu saugen sich Baumwollsocken mit Schweiß voll und weichen die Haut darunter auf. Entsprechend entstehen bei Baumwollsocken relativ schnell schmerzhafte Blasen. Gute Wandersocken sind speziell an den rechten und linken Fuß angepasst und an den richtigen Stellen wie Zehen und Fersen verstärkt. Ich habe gute Erfahrungen mit den Trekkingsocken TK2 von Falke gemacht.
Unterwäsche zum Tragen und einmal zum Wechseln ist im Prinzip ausreichend. Am besten kauft man Funktionsunterwäsche, die man von Hand waschen kann, wenig wiegt und schnell trocknet.
 Ins Gepäck gehört auch eine lange Unterhose mit Thermo-Eigenschaften. Vor allem auf der Pyrenäenetappe kann es sehr kalt werden und sogar noch im Mai Schnee liegen! Vor der Pilgerfahrt unbedingt den Wetterbericht für die Pyrenäen anschauen und ggf. zusätzlichen Kälteschutz (Handschuhe, Mütze etc.) einpacken! Dies gilt im Besonderen für Pilger im Herbst/Winter. Überflüssiges kann dann ggf. von Pamplona (Tag 3-4) mit der Post zurückgeschickt werden.
T-Shirts sollten nicht zu hell sein. Die obligatorische Handwäsche am Waschbecken reinigt nicht so fleckenlos wie eine Waschmaschine. Beim Kauf Materialien wählen, die UV-Schutz bieten.
Ideal sind Zip-Hosen, bei denen man die Hosenbeine unter dem Kniebereich abtrennen kann. Unbedingt auch einen Gürtel mitnehmen, da Pilger häufig ein paar Kilo Gewicht auf der langen Wanderung verlieren ;-). Materialien wählen, die UV-Schutz bieten.
Pilger benötigen Kleidung für alle Wetterlagen. Für starke Regengüsse wird eine Regenjacke oder ein Poncho (der über Pilger und Rucksack passt) benötigt.
Als Kälteschutz benötigen Pilger einen wärmenden Pulli oder eine Fleecejacke.
Aufgrund der intensiven Sonneneinstrahlung in Spanien sind eine Sonnenbrille und ein Hut, der Schatten bis über die Ohren bietet, sinnvoll.

Körperpflege

Ein hoher UV-Lichtschutzfaktor (30+ oder mehr) ist für Pilger sehr empfehlenswert. Die spanische Sonne ist sehr intensiv und man hält sich je nach Laufdauer täglich 8-10 Stunden im Freien auf. Diverse längere Streckenabschnitte (z.B. durch die Meseta) bieten kaum Schatten. Spartipp: Laut Stiftung Warentest können gerade die günstigen Sonnenschutzmittel vom Discounter qualitativ überzeugen.
 Eine ½ Tube Zahnpasta sollte ausreichen. Ggf. wird Zahnpasta eben in Spanien nachgekauft.
Ein leichtes und schnell trocknendes Trekkinghandtuch ist für die Pilgerfahrt sehr empfehlenswert.
 Unterwegs auf dem Jakobsweg wäscht man Körper, Haare und die Kleidung am besten mit einer Kernseife. Alternativ kann man auch eine Outdoor-Seife/Waschmittel verwenden.
Für dringende Bedürfnisse unterwegs ist eine ½ Rolle Toilettenpapier empfehlenswert.
Je nach persönlichen Vorlieben gehört ein Trocken- oder Nassrasierer mit in den Rucksack. Der Nassrasierer mit 1-2 Einwegklingen ist aber vom Gewicht deutlich leichter.
Tampons oder Binden

Erste Hilfe / Medikamente

Auf den beliebten Pilgerwegen wie dem Camino Frances oder dem Camino Portugues findet man regelmäßig gut ausgestattete Apotheken. Daher ist es sinnvoll Medikamente, Pflaster und Co. nur in geringer Stückzahl mitzunehmen (z.B. eine halbe Tube/ 3-4 Tabletten). Bei Bedarf kann man sich unterwegs neu eindecken. Viele Ortschaften besitzen auch eine Gesundheitsstation (Centro de Salud), in der sich Pilger behandeln lassen können. Bei starken/länger anhaltenden Schmerzen ist ein Arztbesuch unbedingt empfehlenswert!

Ein kleines Erste-Hilfe-Set gibt’s für wenig Geld und gehört unbedingt ins Pilgergepäck! Dieses sollte u.a. Wundcreme, Wund- und Rollenpflaster, Mullkompressen, Mullbinden, Desinfektionsmittel und eine kleine Nagelschere enthalten.
Viele Pilger plagen zu Beginn der Wanderung Blasen an den Füßen. Während manche zum fachmännischen Aufstechen tendieren, habe ich gute Erfahrungen mit den Blasenpflastern der Marke Compeed gemacht. Hinweis: Ich habe auch andere Pflaster-Marken probiert, doch diese halten nicht so gut. Die Compeeds einfach auf die Blase kleben und verheilen lassen. Dank speziellem Gelpolster spürt man die Blasen beim Laufen kaum noch. Die Pflaster halten sicher, auch duschen kann man damit problemlos. Nach 3-4 Tagen fallen die Compeeds von alleine wieder ab. Sinnvoll ist der Kauf eines Mixpacks mit unterschiedlichen Pflastergrößen. Schließlich können Blasen an den unterschiedlichsten Fußpositionen (von der Ferse bis zu den Zehen) auftreten.
Hirschtalgcreme beugt Blasen vor und ist daher bei erfahrenen Wanderern sehr beliebt. Die Füße sollten bereits eine Woche vor der Pilgerfahrt täglich mit Hirschtalg eingecremt werden und auch jeden Morgen vor der Wanderung. Dann bleibt die Haut elastisch und belastbar, die Blasengefahr durch diese Maßnahme sinkt drastisch!
Der Handel bietet diverse rezeptfreie Schmerzmittel wie Aspirin, Paracetamol oder Ibuprofen. Welcher Wirkstoff ist nun der Richtige? Aufgrund eines Testberichts bei der Stiftung Warentest, habe ich mich für den Wirkstoff Ibuprofen entschieden. Der Grund ist, Ibuprofen wirkt entzündungshemmend und ist bei Gelenkschmerzen (z.B. am Knie) verlässlicher als Aspirin. Zudem ist die Belastung für den Magen/Darm geringer, was von Vorteil ist, wenn das Mittel über einen längeren Zeitraum eingenommen wird.
Eine entzündungshemmende Salbe die bei Gelenkschmerzen hilft, gehört ebenfalls in den Rucksack.

  • Voltaren-Schmerzgel oder
  • Kytta-Salbe (100% pflanzlich)
Ein Durchfallmittel wie Immodium oder Kohletabletten, sowie ein Elektrolyt-Präparat, welches den Mineralienverlust ausgleicht, sollte man zusätzlich mitnehmen.
Bei Vorerkrankungen sollte man die entsprechenden Medikamente mitnehmen (z.B. bei Bluthochdruck). Sofern diese rezeptpflichtig sind, sollte die Menge den gesamten Reisezeitraum abdecken.
Allergiker sollten sich während der Pollenflugzeit eigentlich nicht übermäßig im Freien (Wiesen, Felder etc..) aufhalten. Daher sollte man vor der Reise einen genauen Blick auf den Pollenflugkalender werfen und zur Sicherheit Allergietabletten zum Unterdrücken der allergischen Reaktion mitbringen. Augentropen sind ebenfalls empfehlenswert.
Da viele Pilger nicht an die physischen Dauerbelastungen gewöhnt sind, kann die Einnahme von Magnesium bei Muskel- und Wadenkrämpfen helfen.

Geld & Kreditkarten

Bargeld sollte man aus Sicherheitsgründen nur für die ersten paar Tage/die erste Woche mit sich führen und ansonsten ganz normal via EC- oder Kreditkarte abheben. Weitere Tipps zum Thema Sicherheit auf dem Jakobsweg findest du hier.
Wer einen Monat (oder mehr) auf dem Jakobsweg unterwegs ist, wird regelmäßig einen Geldautomaten aufsuchen müssen. Weil die deutschen Banken im Ausland aber keine Filialen besitzen, muss man zwangsläufig auf andere Geldhäuser zurückgreifen und das Geldabheben ist im Ausland richtig teuer (mindestens 5 Euro). Ausnahme: Mit der Visa-Karte der DKB Bank kann man Bargeld weltweit gebührenfrei abheben, daher ist die Kreditkarte der ideale Begleiter für alle Reisen ins Ausland. Ich nutze die DKB schon seit Jahren!
Statt das ganze Bargeld im Geldbeutel mitzuführen, ist ein Brustbeutel empfehlenswert. Nachts sollte man das Bargeld/Brustbeutel mit in den Schlafsack nehmen.

Reisedokumente

 Alle Tickets für die mitunter komplizierte Pyrenäenanreise gehören natürlich ebenfalls ins Gepäck. Auch die Unterlagen für den Rückflug ab Santiago de Compostela sollte man nicht vergessen.
Für Reisen innerhalb der Europäischen Union ist der Personalausweis ausreichend.
Aufgrund eines Sozialversicherungsabkommens wird die europäische Krankenversicherungskarte bei Arztbesuchen in Spanien in der Regel akzeptiert und die Behandlung direkt mit der Krankenkasse abgerechnet. Die europäische Krankenversicherungskarte ist auf der Rückseite der hiesigen Gesundheitskarte zu finden.
Trotz Sozialversicherungsabkommen mit Spanien ist eine Auslandskrankenversicherung eine sinnvolle Zusatzinvestition. Diese deckt zusätzlich den Rücktransport nach Deutschland im Krankheitsfall ab. Ein empfehlenswerter Anbieter ist die Hanse Merkur (Testsieger bei der Stiftung Warentest 08/2012 im Bereich der Auslandskrankenversicherungen). Bei der Hanse Merkur kostet die Versicherung pro Tag ca. 1 Euro, bei einem Monat Jakobsweg also 30 Euro. Die Zusatzversicherung kann man bequem online abschließen.
Nur mit einem Pilgerausweis kann man unterwegs in einer Pilgerherberge übernachten. Diesen kann man vorab z.B. bei der Fränkischen Jakobus Gesellschaft in Nürnberg online bestellen. Bei der Internetbestellung wird der Pilgerausweis in der Regel innerhalb von einer Woche zugeschickt. Die Kosten belaufen sich auf 5 Euro (Pilgerausweis) + 1,45 (Versand). Den Betrag muss man nach dem Erhalt des Ausweises auf das Konto der Jakobus Gesellschaft überweisen. Alternativ kann der Pilgerausweis auch vor Ort in Saint-Jean-Pied-de-Port erworben werden.
Zur Etappenplanung hatte ich den sehr guten Reiseführer von Raimund Joos dabei. Das Buch liefert wertvolle Hinweise zur täglichen Streckenplanung und den jeweiligen Pilgerherbergen. Wer mit dem Buch den Hauptweg von Saint-Jean nach Santiago de Compostela läuft, benötigt keine zusätzlichen Wanderkarten o.ä. Zu detailliert sind die Wegbeschreibungen im Reiseführer und auch die Markierungen am Straßenrand (gelber Pfeil bzw. Jakobsmuscheln). Ein Verlaufen ist fast unmöglich! Für die anderen bekannten Jakobswege gibt es dieses Büchlein übrigens ebenfalls.
Für unterwegs empfiehlt sich schon aus Gewichtsgründen ein leichter Sprachführer bzw. ein kleines Wörterbuch. Vorgefertigte Sätze für alle Pilgerlebenslagen enthält beispielsweise der Kleiner Pilgersprachführer: Spanisch und mehr für den Jakobsweg. Alternativ ist auch der Sprachführer Kauderwelsch Spanisch empfehlenswert. Wer vorab die wichtigsten Sätze auf Spanisch lernt, kann sich das Wörterbuch natürlich sparen.
Für den Fall der Fälle sollte man Notfallnummern parat haben: Freunde, Familie, Verwandte, Hausarzt und die Bank (zwecks Kontosperrung).

Essen & Trinken

Für die langen Etappen sollte man immer genügend Wasser mit sich führen. Ich empfehle 1-2 leichte Trinkflaschen aus dem Trekkingfachhandel (Größe 0,5 bis 1 Liter). Die Flaschen sollte man außen am Rucksack befestigen, so dass man nicht jedes Mal den Rucksack absetzen muss, wenn man etwas trinken möchte. Alternativ kann man auch unterwegs im Supermarkt Plastikflaschen kaufen.
Ein paar Müsliriegel für die ersten Tage. In Spanien sind diese ebenfalls erhältlich und heißen „Barrita de cereales“. Alternativ kann man auch ein paar Bananen, Äpfel oder eine Packung Studentenfutter einpacken.
  Nicht immer sind die Küchen in den Pilgerherbergen gut ausgestattet.Fürs abendliche Kochen ist ein Schweizer Taschenmesser mit Dosenöffner und Korkenzieher (für die Flasche Wein) empfehlenswert.
Wer in den Pilgerherbergen kochen möchte (oder unterwegs sein Essen selbst zubereiten möchte), sollte Besteck mitbringen. Nicht immer gibt es in den Pilgerherbergen genügend bzw. sauberes Besteck. Sehr empfehlenswert ist beispielsweise die 3-in-1 Besteck-Kombi aus Löffel, Gabel und Messer!.

Sonstiges

 Für alle Frühaufsteher und Nachtwanderer, die den großen Pilgermassen am Morgen entgehen möchten, empfiehlt sich der Besitz einer guten Stirnlampe. Beim Kauf sollte man natürlich auf gute Sporteigenschaften achten, also abnehmbares Stirnband (zum Waschen), hohe Leuchtweite, Brenndauer und natürlich ganz wichtig das Gewicht.
Während Wäscheleinen in eigentlich allen Herbergen in ausreichender Anzahl vorhanden waren, herrscht unterwegs doch ein großer Mangel an Wäscheklammern. Aufgrund der häufig wechselnden Windverhältnisse ist der Einsatz von Wäscheklammern aber extrem sinnvoll, schließlich möchte man nicht zweimal waschen, weil mal wieder alles im Dreck liegt. Am besten kauft man sich vorab ein paar ultaleichte Wäscheklammern aus dem Trekkingfachhandel.
Die teure und schwere Spiegelreflexkamera bleibt besser zuhause. Eine kleine und günstige Kompaktkamera ist optimal für den Jakobsweg. Eine solche Kamera wiegt mittlerweile nur noch zwischen 300-400 Gramm. Beim Packen sollte man unbedingt auch ans Ladegerät und ausreichend Speicherkarten denken, schließlich gibt es unterwegs unzählige Fotomotive.
Das Alt-Handy hat eigentlich alles, was man für unterwegs braucht. Telefon (für Notfälle), Wecker (für Frühaufsteher) und eine Tetris-Variante (gegen Langweile). 😉 Auch vor Diebstahl muss man keine Angst haben. Überdies ist das Alt-Handy äußerst robust und übersteht selbst Stürze aus 1-2 Metern problemlos (anders als ein Smartphone). Zwar hat auch ein Smartphone seine Vorzüge, schließlich gibt‘s mittlerweile in jeder Dorfbar kostenloses WiFi, aber wer möchte schon ständig online sein.
 Pilger erkennt man unterwegs sehr leicht daran, dass sie eine Jakobsmuschel an der Kleidung oder am Rucksack tragen. Wer vor der Pilgerfahrt keine solche Muschel erwerben kann, kann diese beispielsweise zu Beginn in einem Souvenirladen in Saint-Jean-Pied-de-Port kaufen.
Selbst der längste – schönste – Wandertag geht irgendwann mal zu Ende. Nachdem man die Kleider gewaschen und zum trocknen aufgehängt hat, die wunden Füße gepflegt und das obligatorische Pilgermenü verspeist hat, bleiben in der Regel doch noch ein paar Stunden für gepflegtes Nichtstun. Manche der Orte sind in der Tat auch so klein, dass man auch nichts anderes tun könnte, selbst wenn man wollte. Wäre es da nicht toll ein gutes Buch – besser noch eine Handvoll Bücher – bei sich zu haben, schließlich ist man über einen Monat unterwegs. Bücher mitzuschleppen ist allerdings keine Option, da selbst ein leichtes Taschenbuch über 200g wiegt und auch im Rucksack höchstens Platz für ein einziges ist. Die Lösung ist ein eReader wie z.B. der Amazon Kindle (ab 49 Euro erhältlich), welcher nur 170g wiegt und von der Größe her in etwa einem sehr dünnen Taschenbuch entspricht. Man kann bis zu 1.400 Bücher auf dem Gerät speichern, das reicht garantiert für den längsten Camino!
In alter Pilgertradition packen Pilger zuhause einen kleinen Stein ein um diesen unterwegs am Cruz de Ferro abzulegen.
Zur besseren Ordnung ist es sinnvoll, ein paar Plastiktüten mitzunehmen (z.B. für Kleidung, Essen etc.).
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Comments 12

  1. Michael

    Danke für die exzellente Informationen und Erklärungen die hier zu finden sind. Als Einsteiger kann man sich gut orientieren, um die eigene Vorbereitungen sinnvoll umzusetzen – ein wichtiger Schritt auf diesem Weg.

    Bueno Camino!

  2. thomas

    Hallo, ja wollen ende August los und bis zum Ende laufen ab Irun. Bin sehr gespannt. Vielen Dank schonmal für die Tips…. Alles Gute. Friede, Freude, Glück……

    So long Thomas

  3. Wolfgang

    zu Ponchos bzw capes

    es ist unsinnig zu sagen dass Ponchos nur eingeschraenkt nuetzlich. Man waehle einen genuegend weiten und festes Material und kein billiges Flatterzeug. Grosse Kapuze sehr zweckdienlich. Poncho moeglichst flexibles Material dass auch bei kuehleren Temp. nicht steif wird.

  4. Niko

    Echt super diese Seite und die vielen Tipps …. Einfach toll , hätte nie an manche Sachen gedacht 🙂

    Laufe denn Weg am 01.11.2016

    Gruß Niko

  5. Gustav Sommer

    Hallo,
    tolle Seite, viele Empfehlungen wunderbar argumentativ untermauert – klasse!
    Da gibt’s so gut wie nix zu meckern.
    Allerdings finde ich den Tipp mit den Plastiktüten Mist – pardon suboptimal 🙂
    Netzte oder Netzte mit Reißverschluss (Wäschenetze) sind eine bewährte leichte, leise und komfortable Alternative.
    Man/frau sieht schon von außen was drin ist und die Dinger machen keinen raschelnden Lärm – im Gegensatz zu den außerdem noch umweltschädigenden Plastiktüten – am frühen morgen in der Herberge.

    PS: war „Mit dem Fahrrad auf den Spuren der Jakobspilger“ in den letzten zwei Jahren 7.000 Fahrradkilometer unterwegs.

  6. Erika

    Am 20.04.17 soll es losgehen: Ab Leon (Camino San Salvador) bis Oviedo, dann auf Camino Primitivo und wenn alles gut läuft, bzw. ich gut laufe 😉 dann über Fisterre nach Muxía. – Dank Deiner Tipps werde ich hoffentlich laufen wie geschmiert.
    Ergänzend möchte ich hinzufügen, dass ich sehr gute Erfahrungen mit dem Einsatz von Merinobekleidung gemacht habe. Die Geruchsbelastung für die eigene und auch für die Nase der anderen sinkt erheblich, sie ist leicht, schnell zu waschen und zu trocknen und ist atmungsaktiv.
    Als Kamera werde ich mein Smartphone verwenden (bei Sturz entsprechend durch Cover geschützt, PrePaid-Karten für Internet-Flat/Telefon sind günstig bei HitsMobile zu erwerben.

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