Auf dem Jakobsweg durch Portugal: 5 Vorteile des Caminho Português

Rainer Jakobsweg Leave a Comment

Nach dem Jakobsweg ist vor dem Jakobsweg. Viele Pilger beginnen nach Abschluss des spanischen Hauptwegs „Camino Frances“ bereits mit der Planung der nächsten Pilgerfahrt, schließlich gibt es europaweit Jakobswege, deren Begehung lohnt. Besonders beliebt ist der Jakobsweg durch Portugal (Caminho Português). Warum das so ist, hier mal die wichtigsten Gründe:

1. Die einfache Anreise

Porto: Hier beginnt der Camino

Porto: Hier beginnt der Camino

Wer die komplizierte Pyrenäenanreise beim Camino Frances erlebt hat, wird sich über die Anreise zum Caminho Português richtig freuen! Die meisten Pilger beginnen den Caminho nämlich in der portugiesischen Hafenstadt Porto. Von Deutschland aus fliegen diverse Fluggesellschaften wie Air Berlin oder Ryanair direkt dorthin. Sehr günstig ist der Flug mit Ryanair von Frankfurt-Hahn, dieser hat bei mir nur 25 Euro gekostet (1 Monat Vorausbuchung). Hinweis: Frankfurt-Hahn liegt trotz des Namens gut zwei Fahrstunden von Frankfurt entfernt. Vom Frankfurter Hauptbahnhof bzw. Flughafen verkehren fast stündlich Shuttlebusse nach Hahn, diese kosten allerdings 14 Euro bei einer einfachen Fahrt, in meinem Fall also fast so viel wie der Flug.

2. Laufdauer von nur 10-12 Tagen

Aufgrund der Länge von nur 240 km ist man in der Regel in weniger als 2 Wochen in Santiago de Compostela. Anders als beim Camino Frances muss man den Chef nicht nach einer längeren Auszeit fragen oder gar kündigen, ein gewöhnlicher Urlaub reicht für den Caminho Português vollkommen aus. Wer nach 240 km noch nicht genug hat, der kann nach Santiago nochmal 4-5 Tage für den Weg zum Atlantik (nach Finesterre und Muxia) dranhängen. P.s. ich war 11 Tage unterwegs.

3. Auch für Einsteiger geeignet

Aufgrund der kurzen Laufdauer und der geringen Steigungen (nicht mehr als 400 Höhenmeter) ist der Weg auch für weniger trainierte Pilgeranfänger geeignet. Die Dauerbelastung für Füsse, Gelenke und Co. ist bei dem nur 10 bis 12-tägigen Marsch geringer als beim deutlich längeren Camino Frances.

 

4. Weniger überfüllt, aber trotzdem Pilgerathmosphäre

Dass der Camino Frances ziemlich überfüllt ist und mitunter einer Völkerwanderung gleicht, habe ich ja bereits in einem früheren Artikel erwähnt. Der portugiesische Jakobsweg ist weniger bekannt und entsprechend sind auch deutlich weniger Pilger unterwegs. Unter den vielen Nebenstrecken des Jakobswegs gilt der Caminho Portugues allerdings als die zweitbeliebteste Strecke. D.h. man trifft hier sowohl auf Mitpilger (hauptsächlich aus Spanien, Portugal, Italien und Deutschland) und auch Pilgerherbergen sind ab Rates (ca 30 km nach Porto) in regelmäßigen Abständen vorhanden. Man muss also nicht auf teure Hotels und Pensionen ausweichen, wie auf den diversen wenig besuchten Nebenstrecken.

5. Abschluss der Pilgerfahrt in Santiago de Compostela

Nach dem langen Fußmarsch ist die Ankunft in Santiago de Compostela mit Pilgergottesdienst und mit dem Erhalt der Pilgerurkunde (Compostela) natürlich immer ein besonderes Highlight. Ein solcher Abschluss fehlt natürlich auf den diversen Pilgerstrecken in Frankreich, Deutschland oder der Schweiz.

Brasilianer, Kanadier, Spanier und ein Deutscher kurz nach der Ankunft in Santiago de Compostela.

Brasilianer, Kanadier, Spanier und ein Deutscher kurz nach der Ankunft in Santiago de Compostela.

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