4 Jakobsweg Fehler, die man vermeiden sollte

Rainer Jakobsweg Leave a Comment

Die letzten 2 1/2 Wochen war ich wieder auf dem Jakobsweg unterwegs. Diesmal lief alles ziemlich gut bei mir und mit Ausnahme von einigen Blasen an den Füßen hatte ich keinerlei gesundheitliche Beschwerden. Bei vielen meiner Mitpilger verlief die Wanderung allerdings weniger schmerzfrei als bei mir. Leider waren auch Fehler dabei, die man mit etwas mehr Vorbereitung leicht hätte vermeiden können. Daher hier vier Fehler, die man auf dem Jakobsweg unbedingt vermeiden sollte:

1. Der erste Wandertag: Gleich die eigenen Grenzen austesten

Viele überschätzen sich am ersten Tag und laufen Etappen von 30 bis 40 km Länge. Die Wanderschuhe wurden natürlich nicht ausreichend eingelaufen und auch an den schweren Rucksack war der Körper nicht gewöhnt. Das Resultat waren münzgroße Blasen, schmerzende Fußsohlen und ein natürlich ein gewaltiger Muskelkater aufgrund der hohen Belastung. Leider wurde es auch an den Folgetagen nicht besser (eher schlimmer), da sich der Körper auf den langen Etappen kaum erholen kann. Tipp: Wer Zweifel an eigenen Fitnesszustand hat bzw. nicht übermäßig trainiert hat, sollte es die ersten Tage nicht übertreiben. Auf dem Caminho Portugues war ich am ersten Tag nur knapp 24 km unterwegs. Auch an den folgenden 2-3 Tagen war für mich bei maximal 25 Kilometern Schluss. In der zweiten Woche hatte ich so genügend Kondition aufgebaut um auch mal längere Etappen von über 30 Kilometern zu laufen.

2. Der zu schwere Rucksack

Eine zierliche Mitpilgerin (ich schätze mal maximal 55kg) war mit einem riesen (12 kg) Rucksack unterwegs. Das viel zu hohe Gewicht führte im Verlauf des Jakobswegs zu massiven Knieproblemen. Sie war aber sehr zäh und hat Santiago erreicht. :-)Tipp: Eine gute Richtgröße beim Packen des Rucksacks sind 10-12% des Körpergewichts. Bei einem Körpergewicht von 70 kg sollte der Rucksack nicht mehr als 8,5 kg wiegen. Auf dem Jakobsweg gibt es genügend Möglichkeiten einzukaufen, so dass man nur Proviant für den gleichen Tag mitschleppen sollte. Ähnliches gilt für Hygieneartikel wie Shampoo, Zahnpasta und Co.. Man muss keine volle Packung mitnehmen, eine halbe Packung/Tube reicht vollkommen aus. Alles, was zur Neige geht, kauft man eben im nächsten Supermarkt nach.
blase

3. Umgang mit Blasen

Da Blasen unterwegs ein Hauptübel sind, sollte man sich vorher mit dem richtigen Umgang vertraut machen. Eine Mitpilgerin hat die Blase geöffnet (allerdings nicht fachmännisch) und die Folge war, dass sich diese entzündet hat. Die Folgeetappen waren extrem schmerzvoll und sie konnte mehrere Tage nur noch sehr kurze Strecken laufen (aber auch sie war zäh und ist in Santiago angekommen). Tipp: Ich habe sehr gute Erfahrungen mit den Blasenpflastern von Compeed gemacht. Diese einfach auf die Blase kleben und verheilen lassen. Dank des Gel-Polsters spürt man die Blasen beim Laufen kaum noch. Auch duschen kann man mit den Pflastern problemlos. Nach 3-4 Tagen fallen die Compeeds in der Regel von alleine ab. Ich habe auch andere Pflaster probiert, doch diese sind in der Regel sehr viel schneller abgefallen. Daher empfehle ich jedem bei Pflasterkauf unbedingt „Compeed“ zu kaufen (Nein, für diesen Tipp wurde ich nicht vom Hersteller bezahlt).

4. Mit Freunden unterwegs (optional)

Die meisten sind auf dem Jakobsweg alleine unterwegs, vereinzelt trifft man auch Gruppen (also Personen die sich schon von der Heimat aus kannten). Bei den Gruppen ging die Initiative in der Regel von einer Person aus und die anderen Teilnehmer wurden mehr oder weniger überredet und waren entsprechend schlecht vorbereitet. Die schlechte Vorbereitung und die langen Wanderungen führten wiederum zu gesundheitlichen Problemen (Blasen, Knieschmerzen, Fußsohlen etc…) und die Stimmung in den Gruppen war nicht immer optimal. Hinweis: Wer in der Gruppe pilgert, kann nur so schnell laufen wie der schwächste Gruppenteilnehmer. D.h. hat einer/eine gesundheitliche Probleme, dann müssen sich die anderen danach richten. Der schwächste Gruppenteilnehmer ist wiederum von den anderen genervt, weil diese „gefühlt“ zu schnell laufen. In der Gruppe ist es  kaum möglich sein eigenes Tempo zu finden. Man sollte sich daher gut überlegen, ob man Freunde mitnimmt/ überredet oder doch lieber alleine läuft. Die meisten sind auf dem Jakobsweg aus diesem (und anderen Gründen) alleine unterwegs. Das bedeutet aber nicht, dass man den Jakobsweg alleine läuft, schließlich lassen sich unterwegs oder abends in der Herberge leicht neue Kontakte aufbauen. Wenn man ein ähnliches Tempo läuft, dann kann man auch tageweise/stundenweise eine Laufgruppe bilden (hat bei mir insbesondere auf den langen Etappen in der zweiten Woche sehr gut funktioniert). Wer bereits mit einer Gruppe anreist, für den ist es außerdem deutlich schwieriger andere kennenzulernen.

Hab ich was vergessen? Fallen dir noch weitere Fehler ein?

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